… doch wir dürfen immer wieder neue Wege finden, es zu nutzen.
So könnte das Motto der KREALOGOS Musikwerkstatt lauten. Wenn ich damit werbe, Musikpädagogik neu zu denken, so habe ich im Kern nichts Neues erfunden. Im Gegenteil setzt sich die KREALOGOS-Konzeption aus diversen Komponenten zusammen, die mir im Laufe meiner bisherigen (musik-)pädagogischen Ausbildung und Tätigkeit begegnet sind und deren Geschichten teilweise bis ins Mittelalter zurückreichen.
Ich habe sozusagen historisch Bewährtes neu für heutige Bedarfe passend in Verbindung gebracht – zunächst für mich selbst, dann für meine Flötenschüler*innen, und nun zum Weitergeben an Menschen, die selbst musikpädagogisch tätig sind oder sein möchten. Das Ergebnis ist bunt, fröhlich, lebendig, vielseitig, alltagstauglich und noch vieles mehr. Ich liebe es, damit zu arbeiten, und die Idee, es mit anderen Menschen zu teilen, weckt kribbelfrohe Frühlingsgefühle in meinem Bauch.
Welches sind die vier wichtigsten Komponenten?
1. Montessori-Pädagogik
Die erste, ganz grundlegende Komponente ist die pädagogische Philosophie Maria Montessoris (1870-1952). Parallel zu meinem Lehramtsstudium besuchte ich vor über zwanzig Jahren einen Montessori-Diplom-Kurs. Die Art und Weise, wie Maria das Lernen komplett vom Kind aus betrachtet hat, fasziniert mich bis heute, und ihre Art, Unterrichtsmaterialien zu konzipieren, hat mich zu verschiedenen eigenen Unterrichtsmaterialien inspiriert.
2. Farben als Orientierungshilfe
Die zweite, sehr nützliche Komponente, ist die 12-teilige Farb-Codierung nach dem Farbkreis von Johannes Itten (1888-1967), die ich in musikpädagogischen Zusammenhängen zuerst in Form der Boomwhackers kennengelernt habe. Übertragen auf die Töne der Blockflöte und kombiniert mit der traditionellen Notenschrift ist sie für viele Kinder im Anfangsunterricht ein optimales Hilfsmittel.
3. Bewusste Übung der Körperkoordination
Die dritte Komponente findet ihre Inspiration im Bereich der Kinderchorleitung, und zwar im „Einsingen“. In meinen Blockflöten-Unterrichten stelle ich immer wieder fest, dass vielen Kindern das bewusste Dosieren der Atmung sowie die Koordination der Atmung mit der Artikulation durch die Zunge wirklich schwer fällt. Es braucht, wie im Kinderchor, anschauliche Aufwärm-Übungen, die diese Grundtechniken immer wieder in den Fokus rücken.
4. In Beziehungen denken
Die vierte Komponente ist die „Relative Solmisation“, die jeder Stufe einer Tonleiter eine Silbe sowie ein Handzeichen zuordnet. Sie hilft dabei, verschiedene Töne in Beziehung zueinander zu erfahren und dadurch mit Leichtigkeit musiktheoretische Zusammenhänge zu erkennen und anzuwenden.
Was bedeutet das konkret?
Aus diesen vier Komponenten ist ein kompakter, kleiner Werkzeugkoffer entstanden. Die Werkzeuge darin ermöglichen eine solide, handwerkliche musikpädagogische Grundausbildung. Die Teilnehmenden lernen darin nicht, perfekt Blockflöte zu spielen. Das wäre auch gar nicht möglich, denn so etwas erfordert einiges an Ausdauer und Übung. Stattdessen lernen sie, mit den Werkzeugen aus dem Koffer zu arbeiten. Das kann bedeuten, sie ausschließlich für das eigene Lernen anzuwenden, oder aber, sich gemeinsam mit anderen interessierten Menschen auf den Weg zu machen, eigene Kurse anzubieten, damit Geld zu verdienen – nicht in einer hierarchischen Funktion als Blockflötenlehrerin, sondern auf Augenhöhe als Lernbegleiterin, nur einen kleinen Schritt voraus und offen für die Bedarfe, Fragen und Ideen der Kinder, voller Freude und Neugier, den Werkzeugkoffer gemeinsam an immer wieder neuen Projekten auszuprobieren.
Wie klingt das für dich?
Ganz ehrlich – wenn ich ernsthaft darüber nachdenke, klingt es für mich selbst einigermaßen utopisch. Allerdings habe ich mir mit ernsthaftem Nachdenken auch schon viel kaputt gemacht und darüber vergessen, dass Träume Wirklichkeit werden, wenn man es nur doll genug will.
In diesem Sinne lade ich dich herzlich ein, nicht zu viel nachzudenken und stattdessen zu spüren, wie sich die Werkzeugkoffer-Idee für dich anfühlt. Juckt es dich in den Fingern, direkt hineinzugreifen und mit dem Werkeln anzufangen? Am 5. Juni 2026 beginnt der erste Wochenend-Kurs, und zwar mit den oben genannten Aufwärm-Übungen, die im Prinzip einen kompletten Werkzeugkoffer im Werkzeugkoffer bilden. Ich würde mich riesig freuen, wenn wir uns dort sehen, zum allerersten KREALOGOS-Kurs für Erwachsene.
Herzliche Frühlingsgrüße aus der Musikwerkstatt!
Dagmar
PS: Du möchtest mehr wissen?
- Informationen zu den einzelnen Kursen der musikpädagogischen Grundausbildung, die in Form von Wochenend-Seminaren am ev. Bildungshaus Rastede stattfinden, findest du unter Termine.
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